Energiewirtschaft – Smart Meter Rollout [2024]

Das Beste aus zwei Welten – der Smart Meter Rollout beweist, dass sich Agilität und Stabilität nicht ausschließen

Smart Meter Rollout bei WESTNETZ und MITNETZ STROM

Um die Energiewende zu meistern, müssen Stromerzeugung, Verbrauch und Stromnetze intelligent miteinander vernetzt werden. Intelligente Messsysteme (iMS) und moderne Messeinrichtungen (mME) zur digitalen Erfassung von Verbrauchsdaten, die so genannten Smart Meter, haben dabei eine zentrale Bedeutung. Mit dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende fällt 2017 der Startschuss für den Einbau von Smart Meter.

Auftrag

Die WESTNETZ GmbH und die die Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH (MITNETZ STROM), zwei der größten Verteilnetzbetreiber Deutschlands, planen bis 2032 alle Altgeräte in den Haushalten und Betrieben ihrer Kunden durch mME und iMS auszutauschen. Im Rahmen des Projektes Smart Meter Rollout wird die systemtechnische und prozessuale Implementierung von Hard- und Software-Komponenten zum Einbau, Wechsel sowie zur Abrechnung von mME und iMS flächendeckend sichergestellt.

Bei der Integration von mME und iMS in die bestehenden Prozess- und Systemlandschaften von Verteilnetzbetreibern (VNB) und grundzuständigen Messstellenbetreibern (gMSB) galt es die dynamischen Veränderungen der gesetzlichen und regulatorischen Vorgaben, technischen Machbarkeiten und Markterfordernissen permanent im Blick zu behalten. Im Zuge der Implementierung wurden darüber hinaus übergreifende Prozess- und Systemoptimierungspotenziale, insbesondere zur Vermeidung manueller Interventionen, identifiziert und umgesetzt. Zusätzlich bewältigen die fünf Scrum Teams die Einführung der Marktlokation und Messlokation zum 01.02.2018.

Umsetzung

Um diese Herausforderung in kürzester Zeit und mit durchgehender Qualitätssicherung zuverlässig bewältigen zu können, beschloss die Projektleitung das Projekt gemäß des Scrum-Framework agil umzusetzen.

In der ersten Projektphase galt es, die Rahmenbedingungen zur Durchführung von agilen Projekten zu schaffen. Dazu zählten u.a. die Teambesetzung, die Vermittlung eines einheitlichen Verständnisses des Projektvorhabens, die Konzeptionierung einer Applikation zur Abbildung der Scrum Artefakte sowie die Erstellung einer umfassenden Kommunikationsplattform. Entscheidend für die erfolgreiche Implementierung des Scrum-Framework war das Coaching und die tägliche Begleitung aller Rollen (Chief Product Owner, Product Owner, Scrum Master, Developer-Team, Stakeholder). consistency übernahm die Rolle des Scrum Coach und Scrum Master für mehrere Teams.

Nachdem die Grundvoraussetzungen für eine agile Softwareentwicklung geschaffen waren, starteten wir im August 2016 mit fünf Scrum Teams in die Umsetzungsphase. So gingen im Frühjahr 2017 die ersten mME „Live“.

Das Projekt erstreckte sich über acht Standorte deutschlandweit. Rund 130 Teilnehmer, verteilt auf fünf Scrum-Teams, konzipierten und entwickelten mit jedem Sprint neue Lösungen über Gesellschaftsgrenzen hinweg.

Die agile Skalierung erfolgte mithilfe von Instrumenten wie dem Product Owner Board, Scrum of Scrums, Scrum Master Boards, regelmäßigen Review Workshops sowie über den konzernweiten Austausch von Stakeholder.

Fazit

Der Smart Meter Rollout zeigt, wie mittels agiler Methoden herausfordernde regulatorische Anforderungen in gewachsenen Systemwelten umsetzbar werden. Frühe, regelmäßige Auslieferungen und fest etablierte Anforderungsprozesse stehen nicht im Gegensatz zu einander, sondern sind modellierbar. Mit diesem Verständnis und der Bereitschaft zu innovativen Maßnahmen gelingt es uns, schnelle werthaltige Ergebnisse zu liefern, die Transparenz zu steigern, die Kommunikation zu verbessern und insgesamt die gestellten Aufgaben erfolgreich umzusetzen.

Neben der Schaffung eines übergreifenden systemtechnischen Fundaments zur Steigerung der Performanz und Qualität wurde mit dem Projekt ein spürbarer Kulturwandel initiiert. Die enge, konstruktive und wertschätzende Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen  und den IT-Dienstleistern ist ein sichtbarer Ausdruck dafür.

5

SCRUM Teams

8

Standorte

130

Teilnehmer

1.000

User Stories formuliert

16

Sprints (umgesetzt)

100%

Transparenz

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